{"id":1252,"date":"2016-09-18T16:06:08","date_gmt":"2016-09-18T14:06:08","guid":{"rendered":"http:\/\/mainzerstrasse.saarland\/wordpress\/?p=1252"},"modified":"2016-09-18T16:06:08","modified_gmt":"2016-09-18T14:06:08","slug":"filmhaus-kino-als-kulturzentrum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mainzerstrasse.saarland\/wordpress\/2016\/09\/18\/filmhaus-kino-als-kulturzentrum\/","title":{"rendered":"Filmhaus: Kino als Kulturzentrum?"},"content":{"rendered":"<h4><strong>Der Stadtrats-Kulturausschuss diskutierte die Zukunft des Filmhauses<\/strong><\/h4>\n<p>Von SZ-Mitarbeiterin Silvia Buss, Saarbr\u00fccker Zeitung vom 17 Sep 2016<\/p>\n<p><strong>Unerwartet friedlich verlief am Donnerstag die Kulturausschuss-Sitzung zur Situation des st\u00e4dtischen Filmhauses. Aber entschieden ist noch lange nichts.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Saarbr\u00fccken.<\/strong> Entgegen seinen Bef\u00fcrchtungen wurde es f\u00fcr Kulturdezernent Thomas Br\u00fcck im Kulturausschuss am Donnerstag dann doch nicht \u201estressig\u201c. Gro\u00dfe Angriffe gegen seine Erkl\u00e4rungen zur Krisen-Situation des Filmhauses (wir berichteten mehrfach), selbst von den Fraktionen der Opposition, blieben aus. Ohne Probleme einigte man sich auch gleich eingangs der Sitzung, Br\u00fccks Darlegungen zur Lage, so wie es die FDP beantragt hatte, im \u00f6ffentlichen Teil zu besprechen.<\/p>\n<p>Dass Br\u00fcck die Zahlen zu den gestiegenen Kosten und sinkenden Einnahmen des kommunalen Kinos allerdings nur m\u00fcndlich vortrug, wurde moniert. Die Einnahmen durch Eintrittsgelder etwa haben sich laut Br\u00fcck von 122 000 Euro im Jahr 2012 auf 83 500 Euro im Jahr 2015 verringert. Der \u00f6ffentliche Zuschussbedarf ist nach Angaben von Filmamtsleiter Michael Jurich von 404 000 Euro im Jahr 2005 auf 417 000 Euro im Jahr 2015 gestiegen. Kritisch sei es vor allem nach 2015 geworden, wof\u00fcr Jurich steigende Personalkosten verantwortlich machte. Die Stadt hatte da zwei langj\u00e4hrige Mitarbeiter, die \u00fcber einen Dienstleister prek\u00e4r besch\u00e4ftigt waren, \u00fcbernommen und tariflich entlohnt.<\/p>\n<p>Sowohl Br\u00fcck als auch Jurich machten deutlich, dass sie aber die durch die Er\u00f6ffnung der Camera Zwo gewachsene Konkurrenz f\u00fcr das Kernproblem des Filmhauses halten. Von drei Szenarien, \u00fcber die die verwaltungsinterne Arbeitsgruppe zur Zukunft des Filmhauses nachdenkt, findet die dritte, die Nutzung des Filmhaus-Geb\u00e4udes neben Kino auch als Kulturzentrum durchaus Zustimmung bei den Fraktionen. Das Filmhaus habe auch eine hohe Bedeutung als Kulturort der Stadt, deshalb sollte man es nicht einfach aufgeben, so etwa Lothar Schnitzler(Linke).<\/p>\n<p>Elke Mazurek (CDU) fand es bedauerlich, dass die Verwaltung das Problem so lange ignoriert habe und erst jetzt ein Umdenken einsetze. Egal welche L\u00f6sung man anstrebe, die Herstellung von Barrierefreiheit m\u00fcsse dabei ber\u00fccksichtig werden, betonte sie. Tobias Raab (FDP) forderte dass die Fraktionen bei den weiteren Diskussionen fr\u00fcher aktiv einbezogen werden und nicht am Ende einer fertigen L\u00f6sung zustimmen sollen.<\/p>\n<p>Br\u00fcck versprach viel: Er versicherte, es gehe nicht um eine Schlie\u00dfung des Filmhauses, die Barrierefreiheit bleibe ein entscheidendes Kriterium. Weitere \u00dcberlegungen wolle er mit den kulturpolitischen Sprechern besprechen und dann am Ende im Ausschuss eine beschlussf\u00e4hige Vorlage einbringen.<\/p>\n<h2><strong>MEINUNG: <\/strong><strong><em>Wo bleibt der Feuereifer?<\/em><\/strong><\/h2>\n<p>Von SZ-Redakteurin Susanne Brenner<\/p>\n<p>Saarbr\u00fccker Zeitung vom 17 Sep 2016<\/p>\n<p>Man muss es wohl so deutlich sagen: W\u00e4re das Filmhaus ein Privat-Unternehmen, personell w\u00fcrde hier sehr vieles anders laufen. Zum Beispiel w\u00fcrde niemand in einem privaten Kino einen k\u00fcnstlerischen Leiter bezahlen, der zwar ein anerkannterma\u00dfen hochkar\u00e4tiges Programm macht, sich aber beharrlich weigert, das auch nach au\u00dfen zu vermarkten. Im Filmhaus laufen tolle Reihen, oft einzigartiges Kino aus den entlegensten Regionen der Erde. Ein spannendes Angebot f\u00fcr Filmfans, ohne Frage. Nur bekommen die das oft gar nicht mit, wenn sie sich nicht aktiv darum bem\u00fchen. Was f\u00fcr ein Unterschied etwa zum chronisch unterfinanzierten Kino Achteinhalb, wo ein bis an die eigene Schmerzgrenze engagiertes Team ein hochkar\u00e4tiges Programm bastelt und notfalls jedem Journalisten die Bude einrennt, damit der dar\u00fcber berichtet. Aus dem Filmhaus kommen meist nicht mal Pressemitteilungen. Ich wage mal die These: Der Publikumszuspruch im Filmhaus k\u00f6nnte zwar in Zeiten von Camera-zwo-Konkurrenz nicht mehr durch die Decke gehen aber deutlich gr\u00f6\u00dfer werden, wenn mit Herzblut f\u00fcr die Sache gek\u00e4mpft w\u00fcrde. Der Schwarze Peter liegt nun beim Kulturdezernenten. Er muss, will er diesen kostbaren Kulturort retten, daf\u00fcr sorgen, dass hier ein anderer Wind weht. Denn auch ein jetzt angedachtes Kulturzentrum funktioniert nur, wenn es mit Feuereifer betrieben wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Stadtrats-Kulturausschuss diskutierte die Zukunft des Filmhauses Von SZ-Mitarbeiterin Silvia Buss, Saarbr\u00fccker Zeitung vom 17 Sep 2016 Unerwartet friedlich verlief am Donnerstag die Kulturausschuss-Sitzung zur Situation des st\u00e4dtischen Filmhauses. Aber entschieden ist noch lange nichts. Saarbr\u00fccken. 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