{"id":1270,"date":"2016-09-25T09:08:19","date_gmt":"2016-09-25T07:08:19","guid":{"rendered":"http:\/\/mainzerstrasse.saarland\/wordpress\/?p=1270"},"modified":"2016-09-25T09:10:53","modified_gmt":"2016-09-25T07:10:53","slug":"kino-mit-neuen-ideen-auftanken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mainzerstrasse.saarland\/wordpress\/2016\/09\/25\/kino-mit-neuen-ideen-auftanken\/","title":{"rendered":"Kino mit neuen Ideen auftanken"},"content":{"rendered":"<p>Mit diesem Plakat warb das Filmhaus fr\u00fcher mal. Foto: Filmhaus<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h2><strong>Initiative will das st\u00e4dtische Filmhaus privatisieren, um es zu retten<\/strong><\/h2>\n<p>Von SZ- Martin Rolshausen, Saarbr\u00fccker Zeitung vom 24. September 2016<\/p>\n<p><strong>Ein Besuchermagnet ist das Saarbr\u00fccker Filmhaus nicht. Zuletzt kamen nicht einmal mehr 18 000 Besucher im Jahr, im Schnitt also weniger als 50 pro Tag. Weil das Ganze die Stadt zwischen 350 000 und rund 400 000 Euro pro Jahr kostet und auch noch in einen Aufzug, der das historische Geb\u00e4ude behindertengerecht macht, investiert werden m\u00fcsste, ist das Kino in die Diskussion geraten. Die Landeshauptstadt wird es nicht schaffen, das Filmhaus dauerhaft zu halten, bef\u00fcrchtet eine neu gegr\u00fcndete Initiative von Filmfreunden. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Saarbr\u00fccken.<\/strong> J\u00f6rg Mathieu wei\u00df, dass er sich nicht nur Freunde macht und dass er Menschen, die er mag, wom\u00f6glich vor den Kopf st\u00f6\u00dft. Er wei\u00df, dass der Weg, den er gerade eingeschlagen hat, viel Kraft kosten wird. Und er wei\u00df, dass am Ende alles umsonst gewesen sein kann. J\u00f6rg Mathieu ist Verlagsleiter, Eventmanager und Film-Journalist \u2013 und er will das Saarbr\u00fccker Filmhaus retten. Dazu hat er mit der Rechtsanw\u00e4ltin Annette Gieseking eine Initiative gegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Das Filmhaus hat zu wenige Besucher (die Zahlen schwanken zwischen 17 000 und 18 000) pro Jahr, und der Zuschussbedarf aus der Stadtkasse ist betr\u00e4chtlich (die Zahlen schwanken zwischen 350 000 und 400 000 Euro pro Jahr). In dieser Analyse sind sich Mathieu und Gieseking mit den Verantwortlichen in Stadtrat und Stadtverwaltung einig. In der Schlussfolgerung nicht.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Kulturdezernent Thomas Br\u00fcck (Gr\u00fcne) unter anderem dar\u00fcber nachdenkt, bisherige Filmhausprogramme ins private Camera-zwo-Kino zu verlegen oder Teile des Filmhauses k\u00fcnftig als Kulturzentrum zu nutzen, will die neue Initiative der Stadt das Filmhaus entrei\u00dfen. Dass das Filmhaus am Rande des Abgrunds steht, liege n\u00e4mlich am \u201eVersagen aller Beteiligter der Verwaltung des Filmhauses\u201c. Dass Filmhausleiter Michael Jurich oder das von Br\u00fcck gef\u00fchrte Kulturdezernat das Kino wieder auf die Erfolgsspur bringen, sei nach allem, was man bisher erlebt habe, sehr unwahrscheinlich, sagt Mathieu.<\/p>\n<p>Er ist unter anderem Herausgeber und Chefredakteur eines Retrofilm-Magazins und organisierte gerade im Filmhaus die zweiten Saarbr\u00fccker Cinefonietage. Mit der Initiative will er einen Stein ins Rollen bringen. Die Initiatoren suchen im ersten Schritt Unterst\u00fctzer aus Politik und Gesellschaft \u2013 und Geldgeber. In etwa einem halben Jahr k\u00f6nne dann eine Firma gegr\u00fcndet werden, die das Filmhaus \u00fcbernimmt.<\/p>\n<p>Folgende Ideen liegen bereits auf dem Tisch: Mit dem benachbarten Hotel ist Mathieu wegen der Untervermietung einiger R\u00e4ume im Gespr\u00e4ch. Auch eine Anwaltskanzlei im Geb\u00e4udekomplex sei eine Option. So k\u00f6nne die Mietbelastung verringert werden. Der gro\u00dfe Kinosaal soll weiter als solcher genutzt werden. Der kleinere im Erdgeschoss soll eine Talentb\u00fchne f\u00fcr Nachwuchsk\u00fcnstler werden. Dort soll aber unter anderem auch Raum f\u00fcr Kinderprogramm und Theater sein. Au\u00dferdem soll es ein Caf\u00e9 geben, dass von einem Profigastronom betrieben wird. Der Hof, \u201eeiner der sch\u00f6nsten in Saarbr\u00fccken\u201c, wie Mathieu findet, soll ebenfalls \u00f6fter in Szene gesetzt werden.<\/p>\n<p>Das von Jurich geleitetet Amt f\u00fcr kommunale Filmarbeit m\u00fcsste ausziehen. Ohne die Amtsstruktur, sagt Mathieu sei man wesentlich beweglicher. Hinter der Initiative stehe ein Netzwerk von K\u00fcnstlern aus nahezu allen Bereichen, sagt er. Es gebe also viel Potenzial.<\/p>\n<p>Kulturdezernent Thomas Br\u00fcck m\u00f6chte bald mit der Initiative ins Gespr\u00e4ch kommen. \u201eIch finde es gut, dass sich Saarbr\u00fccker B\u00fcrger f\u00fcr den Erhalt des Filmhaus einsetzen\u201c, sagt er. Denn: \u201eEine Stadt profitiert immer vom Engagement ihrer B\u00fcrger.\u201c Er sei \u201eauf die Vorschl\u00e4ge gespannt\u201c, werde aber \u201eparallel an unserem eigenen Konzept weiterarbeiten\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit diesem Plakat warb das Filmhaus fr\u00fcher mal. Foto: Filmhaus \u00a0 Initiative will das st\u00e4dtische Filmhaus privatisieren, um es zu retten Von SZ- Martin Rolshausen, Saarbr\u00fccker Zeitung vom 24. September 2016 Ein Besuchermagnet ist das Saarbr\u00fccker Filmhaus nicht. 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