{"id":1571,"date":"2016-11-20T08:10:21","date_gmt":"2016-11-20T07:10:21","guid":{"rendered":"http:\/\/mainzerstrasse.saarland\/wordpress\/?p=1571"},"modified":"2016-11-20T08:10:21","modified_gmt":"2016-11-20T07:10:21","slug":"warten-auf-das-frische-kino-konzept","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mainzerstrasse.saarland\/wordpress\/2016\/11\/20\/warten-auf-das-frische-kino-konzept\/","title":{"rendered":"Warten auf das frische Kino-Konzept"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Das Saarbr\u00fccker Filmhaus bleibt nach vielen Diskussionen nun dort, wo es ist \u2013 aber wie geht es weiter?<\/strong><\/h3>\n<p>Saarbr\u00fccker Zeitung vom 19 Nov 2016, Von SZ-Mitarbeiterin Silvia Buss<\/p>\n<p><strong>Das in Existenznot geratene Saarbr\u00fccker Filmhaus ist an seinem Standort in der Mainzer Stra\u00dfe gerettet. Zu einer Zusammenlegung mit dem Kino Achteinhalb oder der Camera zwo wird es nicht kommen. Aber wie es weitergeht, bleibt unklar.<\/strong><\/p>\n<p>Saarbr\u00fccken. Einige Wochen \u2013 die solle man ihm noch geben, um das durch Besucherschwund und steigende Kosten existenziell bedrohte Filmhaus zu retten. Darum bittet Saarbr\u00fcckens Kulturdezernent Thomas Br\u00fcck (Gr\u00fcne). Doch einige Eckpfeiler des Konzepts, \u00fcber das seit Monaten mit \u00c4mtern, Fraktionen und Kino-Betreibern an runden Tischen und in Einzelgespr\u00e4chen beratschlagt wird, stehen nun fest. So sei man entschlossen, den Standort Mainzerstra\u00dfe als Filmhaus zu erhalten, teilte Br\u00fcck auf SZ-Nachfrage am Freitag mit. Damit sind Br\u00fccks Pl\u00e4ne, die kommunale Filmarbeit in irgendeiner Form mit dem Kino Achteinhalb oder der Camera Zwo zusammenzulegen, definitiv vom Tisch.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend das Kino Achteinhalb eine weitergehende Zusammenarbeit immer abgelehnt hat, h\u00e4tte sie Michael Krane, der Betreiber der Camera Zwo, durchaus begr\u00fc\u00dft. F\u00fcr ein Arthouse-Kino sei die Camera Zwo mit ihren sechs S\u00e4len eigentlich viel zu gro\u00df, sagte er der SZ. F\u00fcr ihn w\u00e4re es daher v\u00f6llig unproblematisch, drei S\u00e4le als kommunale Filmschiene abzugeben, erkl\u00e4rt Krane, und sieht noch einen weiteren Vorteil: Es h\u00e4tte dem von Michael Jurich kuratierten Filmprogramm wom\u00f6glich Stammpublikum der Camera Zwo zugef\u00fchrt. Allerdings: Barrierefreiheit w\u00e4re in seinem Kino nicht realisierbar. Diese Zug\u00e4nglichkeit auch f\u00fcr Behinderte hatte Br\u00fcck aber f\u00fcr jegliche Standortentscheidung als entscheidend zugesichert. Der barrierefreie Umbau im Filmhaus soll nun bald kommen. Man warte nur noch auf die Zustimmung der Denkmalpflege zum Bau eines Au\u00dfenaufzugs, sagte Br\u00fcck am Freitag. Auch die neuen Eigent\u00fcmer der Immobilie, Michael Hahn und Michael Zimmer, haben \u00f6ffentlich dazu ihre Bereitschaft erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Wie aber steht es mit inhaltlichen Neuerungen im Filmhaus? Eine B\u00fcrgerinitiave um J\u00f6rg Mathieu, den Verleger des Retro-Filmmagazins \u201e35 Millimeter\u201c, hatte der Stadt vorgeschlagen, ihr die Leitung des Filmhauses zu \u00fcbertragen, um \u201efrischen Wind\u201cund \u201emehr Seele\u201chineinzubringen. Und wie? Man wolle den Bistro-Vorraum ansprechender gestalten, mit Popcorn-Automat und Bildschirmen aufr\u00fcsten, das ganze Design aufpolieren, von Monatsheft bis zu den Schauk\u00e4sten, die Kino-Galerie in eine Steh-B\u00fchne verwandeln, nach au\u00dfen \u00f6ffnen und st\u00e4rker mit den Gastronomie-Nachbarn zusammenarbeiten, um den Hof zu beleben. So beschreibt Mathieu der SZ das Vorhaben, das die Initiative Anfang Dezember in einem Filmhaus-Testmagazin vorstellen will. Daf\u00fcr solle die Stadt zwei Mitglieder der Initiative als Leitung anstellen; da sie ja das Filmamt mit seinen 3,5 Stellen aufl\u00f6sen wolle, spare man sogar Personalkosten, sagt Mathieu. Befragt zur Ausrichtung des Filmprogramms, spricht er aber lediglich von \u201eweniger Filmen mit Untertiteln und mehr Klassiker-Retrospektiven\u201c, um mehr Besucher zu gewinnen. Das klingt nicht nach einem gro\u00dfen Wurf.<\/p>\n<p>\u201eDas Konzept ist viel zu unausgegoren\u201c, findet auch Br\u00fcck, und neues Personal anstellen k\u00f6nne die Stadt keinesfalls. Zudem m\u00fcsse \u201edas Filmamt kein eigenes Amt sein, sondern k\u00f6nnte auch eine Abteilung des Kulturamts werden.\u201cBr\u00fcck betont: \u201eDas Personal wird nicht entlassen.\u201cWas will er dann \u00fcberhaupt \u00e4ndern?<\/p>\n<p>Das K8-Institut der Hochschule f\u00fcr Bildende K\u00fcnste Saar (HBK), das mit am runden Tisch sitzt, hat eine ganz andere Zukunftsvision ins Spiel gebracht. Da die Stadt mit Arthouseund Programmkinos ausreichend versorgt sei, solle man losgel\u00f6st von einer Immobilie lieber in eine Art Medienlabor investieren, das den sch\u00f6pferischen Umgang mit neuen Technologien wie Virtual Reality, vermittle, meint K8-Leiter Soenke Zehle. Denn diese Technologien, die man beim Festival Max Oph\u00fcls Preis jetzt einbeziehe, w\u00fcrden bald die gesamte Kinowelt umkrempeln.<\/p>\n<p>Als Kooperationsprojekt mit der HBK kann sich Br\u00fcck so etwas durchaus vorstellen, doch nicht als Ersatz f\u00fcr das Filmhaus. Das solle ein Ort sein, der Menschen zusammenbringe und sich der \u201eSicherung des Kulturguts Film\u201cwidme, sagt er. Was sich dann \u00fcberhaupt \u00e4ndern soll \u2013 dieses Geheimnis will Br\u00fcck in ein paar Wochen endlich l\u00fcften.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Saarbr\u00fccker Filmhaus bleibt nach vielen Diskussionen nun dort, wo es ist \u2013 aber wie geht es weiter? 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