{"id":2022,"date":"2017-05-03T09:44:09","date_gmt":"2017-05-03T07:44:09","guid":{"rendered":"http:\/\/mainzerstrasse.saarland\/wordpress\/?p=2022"},"modified":"2017-05-03T09:46:39","modified_gmt":"2017-05-03T07:46:39","slug":"die-mainzer-trotzt-dem-regen-um-baeume-zu-pflanzen-werden-baeume-gefaellt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mainzerstrasse.saarland\/wordpress\/2017\/05\/03\/die-mainzer-trotzt-dem-regen-um-baeume-zu-pflanzen-werden-baeume-gefaellt\/","title":{"rendered":"Die Mainzer trotzt dem Regen &#8211; Um B\u00e4ume zu pflanzen, werden B\u00e4ume gef\u00e4llt"},"content":{"rendered":"<p>Trotz des miesen Wetters lie\u00df sich Popeye alias Ralf Braun gestern die Laune bei den Hoffesten nicht verderben. Fotos: Rich Serra<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Die Mainzer trotz<\/strong><strong>t dem Regen<\/strong><\/h4>\n<p><strong>Das Quartier Mainzer Stra\u00dfe feierte gestern seine Hoffeste und nutzte sie zur Diskussion \u00fcber Stadtteil-Entwicklung und Dezember-Beleuchtung.<\/strong><\/p>\n<p>Von Martin Rolshausen, Saarbr\u00fccker Zeitung vom 02. Mai 2017<\/p>\n<p><strong>St. JOHANN<\/strong> Kann man sich streiten und \u00fcbergangslos friedlich \u00fcber Weihnachten reden? Kann man. Zumindest wenn man am 1. Mai in geselliger Runde im Fr\u00fchst\u00fccksraum des Hotels Leidinger sitzt. Dorthin hatte der Verein \u201eQuartier Mainzer Stra\u00dfe\u201c anl\u00e4sslich seiner Hoffeste eingeladen. Ein Verein, der wie Bezirksb\u00fcrgermeisterin Christa Piper lobte, \u201eein Geschenk ist f\u00fcr die Stadt\u201c, weil er nicht einfach nur \u00fcber Missst\u00e4nde klagt, sondern die zu beheben versucht. Und weil er bei Problemen nicht einfach nur nach \u201eder Stadt\u201c ruft, sondern zeigt, was B\u00fcrger selbst tun k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Dieses Lob war unumstritten in der Runde der Politiker, Anwohner und Gesch\u00e4ftsleute, die sich zum Fr\u00fchst\u00fcck trafen. Das Lob, das Piper f\u00fcr einen Vorsto\u00df hatte, den Baudezernent Heiko Lukas vergangene Woche machte, sorgte aber f\u00fcr Diskussionen.<\/p>\n<p>Statt eines \u201est\u00e4dtebaulichen Vertrags\u201c zwischen der Stadt und den Investoren, die das ehemalige Gel\u00e4nde des Citro\u00ebn-Autohauses zwischen Gro\u00dfherzog-Friedrich-Stra\u00dfe und Neug\u00e4sschen neu beleben wollen, m\u00fcsse ein Bebauungsplan her, hatte Lukas gefordert (die SZ berichtete). Richtig so, findet Piper. Denn im Gegensatz zum Vertrag beinhaltet der Bebauungsplan, \u00fcber dessen Notwendigkeit man schon vor Jahren einig gewesen sei, eine Beteiligung der \u00d6ffentlichkeit. Und die sei wichtig, weil sich Anwohner Sorgen machen, dass zu hoch gebaut wird und ihre Wohnungen dadurch \u201everschattet\u201c werden.<\/p>\n<p>\u201eDie Sicht der Bezirksb\u00fcrgermeisterin ist in dem Fall eine eingeschr\u00e4nkte\u201c, findet deren Parteifreund Peter Bauer. Der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion h\u00e4lt nichts von einem Bebauungsplan. Der sei vor einigen Jahren noch sinnvoll gewesen, als es darum ging, eine gro\u00dfe Einzelhandelsfl\u00e4che an dieser wichtigen Stelle zu verhindern. Nun da man Investoren hat, die vor allem Wohnraum schaffen wollen, \u00fcberrasche es ihn, dass der Baudezernent die abgesprochene Linie verlassen will, sagt Bauer.<\/p>\n<p>Ein Bebauungsplanverfahren verz\u00f6gere das Projekt etwa um ein Jahr. Und ein solches Verfahren habe einen Nachteil gegen\u00fcber dem, was man eigentlich vorhatte \u2013 n\u00e4mlich in einem Vertrag mit den Investoren Preise f\u00fcr \u201epreisg\u00fcnstigen Wohnraum\u201c festzulegen. Gute Bauprojekt gebe es n\u00e4mlich einige in der Innenstadt, aber eben keine, die f\u00fcr Durchschnittsverdiener Wohnungen im Angebot haben.<\/p>\n<p>Das sieht auch Gerd Leidinger von der Initiative Mainzer Stra\u00dfe so. In der Innenstadt k\u00f6nne ein Investor nur verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig g\u00fcnstige Wohnungen anbieten, wenn er m\u00f6glichst viele Stockwerke bauen kann. Deshalb d\u00fcrfe die Stadt \u201enicht in die Knie gehen, wenn Protest kommt\u201c, findet Bauer. Und \u00fcberhaupt: Das Projekt sei bisher transparent gewesen und werde es auch bleiben, weil der Stadtrat dar\u00fcber \u00f6ffentlich beraten wird.<\/p>\n<p>Das reicht vermutlich nicht, wenn Anwohner dagegen klagen und dabei auf einen fehlenden Bebauungsplan verweisen, h\u00e4lt die Bezirksb\u00fcrgermeisterin dagegen. Schon der Rechtssicherheit wegen, m\u00fcsse man dem Vorschlag des Baudezernenten folgen.<\/p>\n<p>Wie immer an anderer Stelle zu Ende diskutiert wird, die von der Initiative Mainzer Stra\u00dfe organisierten Gespr\u00e4chsrunden seien ein guter Ort f\u00fcr solche offenen Debatten, befand Bauer \u2013 und \u00fcberlie\u00df Piper das Feld beim Thema Weihnachten. Dar\u00fcber k\u00f6nne man nicht fr\u00fch genug reden, findet sie. Zumal dann, wenn wie von Andrea Dumont vom Verein angek\u00fcndigt, in diesem Jahr eine Weihnachtsbeleuchtung das Quartier in Stimmung versetzen soll.<\/p>\n<p>Weil es mit dem Strom aus den H\u00e4usern der Anwohner schwierig sei, \u00fcberlege der Verein, eine Solarbeleuchtung anzuschaffen \u2013 also Lampen, die tags\u00fcber aufladen und bei Dunkelheit strahlen. Piper glaubt, dass man auch eine \u00fcppigere Beleuchtung mit Strom aus der Steckdose hinkriegt. Sie werde da mal mit ein paar Leuten reden, k\u00fcndigte sie an.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Um B\u00e4ume zu pflanzen, werden B\u00e4ume gef\u00e4llt<\/strong><\/h3>\n<p>Von Martin Rolshausen, Saarbr\u00fccker Zeitung vom 02. Mai 2017<\/p>\n<p><strong>St. \u00a0JOHANN <\/strong>Christine Thomas und Jan Brosowski wundern sich. Da k\u00fcndigt die Stadt an, vor ihrer Haust\u00fcr an der Ecke Arndtstra\u00dfe\/Mainzer Stra\u00dfe B\u00e4ume zu pflanzen \u2013 und dann f\u00e4llt sie erst mal zwei. B\u00e4ume f\u00e4llen? \u201eErst mal aufr\u00e4umen\u201c, nennt das Peter Bauer, der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion. Denn, so erkl\u00e4rte er den beiden vom \u201eGuerilla Gardening am Ostviertel\u201c gestern am Rande der Hoffeste in der Mainzer Stra\u00dfe, es geschieht Gutes vor ihrer T\u00fcr. In der unteren Mainzer Stra\u00dfe gebe es \u201eviel Action und wenig Platz\u201c. In der oberen Mainzer Stra\u00dfe sei es umgekehrt. Deshalb hat der Stadtrat vor vier Jahren beschlossen \u201eLeben auf die Stra\u00dfe zu bringen\u201c im Ostviertel, dort, \u201ewo \u00f6ffentlicher Raum in H\u00fclle und F\u00fclle vorhanden ist\u201c.<\/p>\n<p>Bevor man dort aber einen kleinen Platz mit B\u00e4umen anlegen kann, m\u00fcssen man das \u201eerst mal ordnen\u201c. Da sei die Stadt gerade dran. Dass dabei das Projekt der \u201eGuerilla Gardening\u201c-Gruppe, ein gro\u00dfes Beet an eben jener Stra\u00dfenecke, etwas in Mitleidenschaft gezogen wird, bedauert Bauer ebenso wie Bezirksb\u00fcrgermeisterin Christa Piper.<\/p>\n<p>Thomas und Brosowski hatten zuvor davon berichtet, dass ihr Beet von einem Bauzaun umgeben ist. Das f\u00fchre dazu, dass Leute ihren Abfall dr\u00fcberwerfen. Auch Hunde werden reingelassen und verrichten ihr Gesch\u00e4ft auf den Blumen. So sei das mit dem Zaun nicht gedacht gewesen, erkl\u00e4rte Bauer. Im Gegenteil: Der Zaun solle das Beet sch\u00fctzen. Bei solchen Baustellen werde ansonsten auch von den Baufirmen eine Fl\u00e4che schnell mal als Lagerplatz benutzt. So gesehen war der Zaun erst mal keine Hilfe, erz\u00e4hlte Christine Thomas. Eines Tages habe eine Nachbarin angerufen und mitgeteilt: \u201eIn euerm Beet liegt eine Baggerschaufel.\u201c Aber man habe mit den Leuten vom Bau reden k\u00f6nnen und das Problem gel\u00f6st.<\/p>\n<p>So werde es auch mit der Baustelle insgesamt sein. Am Ende werde alles gut, versicherten Piper und Bauer. Und dann gibt es auch wieder B\u00e4ume.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trotz des miesen Wetters lie\u00df sich Popeye alias Ralf Braun gestern die Laune bei den Hoffesten nicht verderben. 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