{"id":59,"date":"2016-04-05T07:34:50","date_gmt":"2016-04-05T07:34:50","guid":{"rendered":"http:\/\/mainzerstrasse.saarland\/wordpress\/2016\/04\/05\/der-chef-ohne-krawatte-klaus-erfort\/"},"modified":"2016-04-05T07:34:50","modified_gmt":"2016-04-05T07:34:50","slug":"der-chef-ohne-krawatte-klaus-erfort","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mainzerstrasse.saarland\/wordpress\/2016\/04\/05\/der-chef-ohne-krawatte-klaus-erfort\/","title":{"rendered":"Der Chef ohne Krawatte &#8211; Klaus Erfort"},"content":{"rendered":"<div class=\"field field-name-field-artikel-vom- field-type-datetime field-label-above\">\n<div class=\"field-label\">Artikel vom:&nbsp;<\/div>\n<div class=\"field-items\">\n<div class=\"field-item even\"><span class=\"date-display-single\" property=\"dc:date\" datatype=\"xsd:dateTime\" content=\"2016-04-04T00:00:00+02:00\">Montag, 4. April 2016<\/span><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden\">\n<div class=\"field-items\">\n<div class=\"field-item even\" property=\"content:encoded\">\n<p><strong>Der Chef ohne Krawatte<\/strong><\/p>\n<p><strong>Der Saarbr\u00fccker Drei-Sterne-Koch Klaus Erfort sucht nach einer neuen \u00dcberholspur<\/strong><\/p>\n<p>Von Cathrin Elss-Seringhaus, Saarbr\u00fccker Zeitung 4. April 2016<\/p>\n<\/p>\n<p><strong>Klarheit ist f\u00fcr den Star-Koch Klaus Erfort (44) nicht nur auf dem Teller ein Credo. Auch als Mensch steht er f\u00fcr Geradlinigkeit. Seit acht Jahren z\u00e4hlt er zur Welt-Elite der K\u00f6che und w\u00fcnscht sich, er h\u00e4tte sich mehr Zeit genommen, den Aufstieg zu genie\u00dfen. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Saarbr\u00fccken.<\/strong> Angeblich muss man seinen Master in Chefdiplomatie gemacht haben, um als selbstst\u00e4ndiger K\u00fcchenchef in der Luxusklasse zu \u00fcberleben. Doch Klaus Erfort eilt genau der gegenteilige Ruf voraus. Er selbst sagt: \u201eIch kenne mein Image. Nicht jeder kommt zurecht mit meiner direkten Art.\u201c Und Erfort nicht mit G\u00e4sten, die nicht rausr\u00fccken mit Kritik und dann das Team \u201ehintenrum\u201c schlechtreden. Also bitte, lieber Gast, immer raus mit der Meinung und keine Etikette-Pirouetten drehen in der Mainzer Stra\u00dfe 95. Denn der Chef tr\u00e4gt im Sommer schon mal t\u00fcrkisfarbene Shorts unter der Sch\u00fcrze.<\/p>\n<p>Erfort, der vor f\u00fcnf Jahren seinen Servicechef J\u00e9rome dazu dr\u00e4ngte, die Krawatte abzulegen, sagt: \u201eEin guter Bordeaux schmeckt auch aus dem Wasserglas.\u201c Zum deutschen Weingl\u00e4ser-Kult h\u00e4lt er eine gesunde Distanz, wie auch zur avantgardistischen Konzeptk\u00fcche. Kompakt und puristisch geht es auf Erforts Tellern zu: \u201eAlle sind froh, wenn sie etwas wiedererkennen. Mit 34 Gr\u00fc\u00dfen aus der K\u00fcche \u00fcberfordert man die Leute.\u201c Vor drei Jahren drehte Erfort das sehr k\u00fchle Ambiente seines G\u00e4stehauses in Richtung Behaglichkeit: \u201eWenn der Gast irgendwann entspannt die Schultern runterl\u00e4sst, haben wir gewonnen\u201c, sagt er. Und: \u201eAm besten l\u00e4uft&#8217;s bei uns in der K\u00fcche, wenn wir die G\u00e4ste lachen h\u00f6ren.\u201c<\/p>\n<p>Er m\u00fcsse dann gar nicht mehr raus an die Tische und \u201est\u00f6ren\u201c, so sieht er das. Erfort wei\u00df sowieso haargenau, wer an welchem Tisch sitzt und wie fest oder weich der ein oder die andere das Risottokorn mag. Das Studium der G\u00e4steliste ist f\u00fcr Erfort Tagespflicht, fremde Namen werden auch schon mal gegoogelt.<\/p>\n<p>Mancher Kunde folgt Erfort seit dessen ersten K\u00fcchenchef-Tagen im V\u00f6lklinger Parkhotel Gengenbach, das war 1995, nach diversen Sterne-Top-Stationen von der \u201eVilla Fayence\u201c (Wallerfangen) bis zum \u201eRestaurant Bareiss\u201c und der \u201eTraube Tonbach\u201c (beide Baiersbronn). 2002 machte sich Erfort selbstst\u00e4ndig. Heute hat er 50 Prozent Stammkunden: \u201eVom Sternetourismus k\u00f6nnen wir hier im Saarland nicht leben\u201c, sagt er und ist sichtlich stolz darauf, dass sein Laden Geld verdient, w\u00e4hrend in anderen Sternerestaurants, etwa auf Sylt, die Rolll\u00e4den runtergehen. Gerade hat Erfort die Mietoption f\u00fcr weitere f\u00fcnf Jahre gezogen. Im Hof der stilvollen Villa mit Garten steht der wei\u00dfe Porsche. Ein Statussymbol f\u00fcr einen, der aus einem kleinen Beamtenhaushalt in Fischbach stammt? Jawohl, als Koch-Lehrling tr\u00e4umte Erfort von dieser Art Belohnung f\u00fcr den harten Job, wie ihn sich sein Chef Rudi Kubig aus der Saarbr\u00fccker \u201eWinzerstube\u201c geg\u00f6nnt hatte. Heute sch\u00e4tzt Erfort die Marke \u201eals Symbol gegen die Schnelllebigkeit\u201c \u2013 gibt freilich selbst gerne Gas. Auch in der K\u00fcche gilt: \u201eIch kann bei mir in k\u00fcrzester Zeit H\u00f6chstleistungen abrufen.\u201c Trotzdem musste sich auch ein Erfort breiter aufstellen, ist Mitinhaber der Saarbr\u00fccker Schlachthof-Brasserie (Bib Gourmand), betreibt das Hotel Fuchs am St. Johanner Markt, ist f\u00fcr den Wirtschaftsball eine Kooperation mit Party Christ eingegangen. Au\u00dferdem erfand er 2015 das \u201eFoodquartier\u201c in der alten Buswerkstatt am Eurobahnhof: Die preisg\u00fcnstige Sternek\u00fcche war nur 76 Tage lang zu haben. Erfort h\u00e4lt es f\u00fcr symptomatisch, dass dieses erste Pop-up-Restaurant nicht mehr Furore machte: \u201eMan traut sich im Saarland nicht, etwas hier Entwickeltes richtig gut zu finden. Das Saarland ist wie ein T\u00fcmpel. Es flie\u00dft Wasser ab, aber nur wenig frisches zu.\u201c<\/p>\n<p>Sind solche Innovationen die \u00dcberholspur, auf der Erfort so gerne unterwegs ist? Was tun, wenn mit Anfang 40 und drei Sternen der Berufs-Zenit bereits erreicht scheint? Vor zwei Jahren verschob Erfort die Gewichte im Leben. Der Sport ist hinzugekommen, samt kohlenhydratreduzierter Kost und dem pers\u00f6nlichen Trainer Daniel (27). Er versucht, spontaner zu leben, mal eine Spritztour nach S\u00fcdtirol zum M\u00e4nnerski einzuschieben. Gerne isst er bei seinem Freund Franco in der Trattoria \u201eMille Aromi\u201c: \u201eEine Seezunge und eine Sch\u00fcssel Salat, was will man mehr?\u201c<\/p>\n<p>Erfort lebt in Spicheren, getrennt von seiner Lebensgef\u00e4hrtin, mit der er einen Sohn (13) hat. Nicht seinen Beruf, sein Lebens- und Karrieretempo empfindet er als strapazi\u00f6s. Er habe keine Zeit gehabt, den Aufstieg zu genie\u00dfen, meint er. Wenn er r\u00fcckw\u00e4rts leben k\u00f6nnte, dann w\u00fcrde er genau dies tun: langsamer genauso erfolgreich sein.<\/p>\n<p>Sport und Genuss schlie\u00dfen sich nicht aus: Der Saarbr\u00fccker Drei-Sterne-Koch Klaus Erfort beim Training mit seinem Personal-Trainer Daniel Rauland an der Berliner Promenade. Foto: Rich Serra<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"field field-name-field-image field-type-image field-label-hidden\">\n<div class=\"field-items\">\n<div class=\"field-item even\"><a href=\"http:\/\/mainzerstrasse.saarland\/sites\/default\/files\/Foto%20Rich%20Serra_Erfort%20Sternekoch.jpg\" rel=\"lightbox[field_image][&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http:\/\/mainzerstrasse.saarland\/sites\/default\/files\/Foto%20Rich%20Serra_Erfort%20Sternekoch.jpg&quot;&gt;Download Original&lt;\/a&gt;&lt;\/p&gt;]\" title=\"\"><img decoding=\"async\" class=\"adaptive-image\" typeof=\"foaf:Image\" src=\"http:\/\/mainzerstrasse.saarland\/sites\/default\/files\/styles\/350x350\/adaptive-image\/public\/Foto%20Rich%20Serra_Erfort%20Sternekoch.jpg?itok=-XJE-aB8\" alt=\"\" \/><\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Artikel vom:&nbsp; Montag, 4. 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