{"id":595,"date":"2016-07-04T14:04:13","date_gmt":"2016-07-04T12:04:13","guid":{"rendered":"http:\/\/mainzerstrasse.saarland\/wordpress\/?p=595"},"modified":"2016-07-08T11:02:40","modified_gmt":"2016-07-08T09:02:40","slug":"595","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mainzerstrasse.saarland\/wordpress\/2016\/07\/04\/595\/","title":{"rendered":"Ein Gin Tonic mit Jules Verne"},"content":{"rendered":"<p><strong>Neue SZ-Serie \u201eDa muss man hin\u201c: Ein Besuch in der Saarbr\u00fccker Bar \u201eJules Verne\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Von SZ-Redaktionsmitglied Patricia Heine, Sarbr\u00fccker Zeitung 04. Juli 2016<\/p>\n<p><strong>Wo verbringen junge Leute in der Region ihre Freizeit? Was ist angesagt? Gibt es sie, die Orte, an denen sich jeder trifft? Zum Feiern \u2013 oder einfach zum Abh\u00e4ngen. Die SZ hat sich auf die Suche gemacht und stellt in einer Serie diese Orte vor. Heute: zu Gast in der Bar \u201eJules Verne\u201c in der Mainzer Stra\u00dfe\/Paul-Marien Stra\u00dfe in Saarbr\u00fccken. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Saarbr\u00fccken.<\/strong> Jedes Teil ein Herzst\u00fcck. Liebevoll ausgesucht, auf Flohm\u00e4rkten entdeckt oder selbst gebaut. Kein Stuhl gleicht dem anderen. Kein Tisch sieht aus wie sein Nachbar. Alles Individuen, genau wie die G\u00e4ste. Aber das macht die Atmosph\u00e4re besonders im \u201eJules Verne\u201c oder \u201eJules Wayne\u201c? Wie es richtig hei\u00dft, wei\u00df man nicht genau. Ein Schild fehlt noch. Deshalb nennen es manche einfach nur \u201eJules\u201c. Und dort h\u00e4ngt man jetzt ab.<\/p>\n<p>Schon vor einem Jahr tat sich was hinter den gro\u00dfen Glasfronten des alten Sandsteinbaus in der Mainzerstra\u00dfe. Nur keiner wusste, was. Die Scheiben blieben zugeh\u00e4ngt. Mitte April 2016 dann die Enth\u00fcllung. Giovanni D&#8217;Arcangelo hatte im Innern einen Raum f\u00fcr Fantasie, Inspiration, Freiheit und Entspannung geschaffen. \u201eIch bin halt ein Querdenker und lasse mich von Gef\u00fchlen leiten\u201c, sagt der 47-J\u00e4hrige. Herausgekommen ist das \u201eJules Verne\u201c. So hei\u00dft es tags\u00fcber. Sobald Alkohol flie\u00dft, wird es zum \u201eJules Wayne\u201c, hat sein Besitzer beschlossen. Wayne: auf Englisch so viel wie \u201eegal\u201c. Das soll einem der Alltag dann sein. Wer den Rausch sucht, ist aber falsch. Stattdessen Seele baumeln lassen. Entspannte Musik zum Abschalten. Jung und Alt, kurzer Rock, bauchfrei, Kost\u00fcm und Krawatte \u2013 alles trifft sich hier. \u201eWir lieben es, wenn es gemischt ist\u201c, sagt Giovanni. Viel Zeit, Arbeit und Liebe habe er investiert. Das gro\u00dfe Gem\u00e4lde an der Stirnwand hat er selbst gemalt, ein Segelschiff auf rauer See. Die Bar, die den Eindruck erweckt, Jules Verne pers\u00f6nlich genie\u00dft seinen Gin Tonic daran \u2013 von Giovanni selbst gebaut. Er ist eben ein K\u00fcnstler. Das Esszimmer, die 100 Tage Bar, das Modul und das R\u00f6merkastell \u2013 bekannte Namen in der Saarbr\u00fccker Club- und Kneipenszene. Und \u00fcberall hat Giovanni im Hintergrund die F\u00e4den gezogen.<\/p>\n<p>Mit liebevollen Details arbeitet er im \u201eJules Verne\u201c. Blumen in kleinen Vasen, nostalgische Kerzenst\u00e4nder, an denen das Kerzenwachs heruntertropft. Auf dem gro\u00dfen Orientteppich steht ein dunkler Holztisch wie aus Omas Wohnzimmer. An dem kommt die Fu\u00dfballmannschaft zusammen oder der M\u00e4delsstammtisch zum Grauburgunder. Romantischer am Nachbartisch, einer alten Schulbank. Mit Cr\u00e9mant sto\u00dfen sie auf ihr erstes Date an. Wer Gl\u00fcck hat, sichert sich einen Platz auf der breiten Bank in der riesigen ge\u00f6ffneten Fensterfront. Wird die Luft zu dick, F\u00fc\u00dfe aus dem Fenster baumeln lassen, frische Stadtluft einatmen.<\/p>\n<p>So schnell steht Anne nicht mehr auf. Beine hoch und zur\u00fccklehnen. Die breite Bank, definitiv ihr Lieblingsplatz. Zwischendurch \u201eKaffeeklotzen\u201c, wie sie und Freundin Eileen es nennen, Leute auf der Stra\u00dfe zu beobachten. Nicht Nauwieser Viertel, nicht St. Johanner Markt, kein Sehen und Gesehen werden. Eben genau das, was Saarbr\u00fccken gefehlt hat, finden die beiden. \u201eIch f\u00fchle mich, als w\u00fcrde ich entspannt bei Freunden auf der Terrasse sitzen\u201c, erz\u00e4hlt die 28-j\u00e4hrige Anne.<\/p>\n<p>Der 33-j\u00e4hrige Saarbr\u00fccker Yannick lebt zwar mittlerweile in Luxemburg. Ins Saarbr\u00fccker \u201eJules Verne\u201c kommt er am Wochenende aber trotzdem gerne. \u201eSeit \u00fcber zehn Jahren hat sich im Nauwieser Viertel fast nichts ver\u00e4ndert\u201c, sagt er unzufrieden. Zeit f\u00fcr Neues. Das \u201eJules Verne\u201c liegt wohl voll im Trend. \u201eIn Berlin ist zurzeit jeder zweite Laden in dem Stil gestaltet\u201c, sagt Yannicks Freundin Emilie.<\/p>\n<p>Ein Restaurant soll das \u201eJules Verne\u201c aber nicht sein. Knurrenden M\u00e4gen wird trotzdem geholfen. \u201eWir kochen, was uns gerade so einf\u00e4llt\u201c, meint Giovanni. Mal Gem\u00fcsesuppe, mal Pasta, mal Currywurst oder Salat. Drei Gerichte am Tag stehen meistens zur Auswahl. Und t\u00e4glich Fr\u00fchst\u00fcck.<\/p>\n<p>Auch sechs Wochen nach der Er\u00f6ffnung zieht die Neugierde noch Leute in die Bar. Eine \u00e4ltere Dame mit voller Einkaufstasche steht im Eingang, schaut sich staunend um. \u201eDas hat irgendwas, sch\u00f6n\u201c, sagt sie zu sich selbst und verl\u00e4sst wieder den Raum.<\/p>\n<p>Eine Atmosph\u00e4re, die wirkt. Und das will Giovanni nutzen. Filmabende, Vortr\u00e4ge, Konzerte, Ausstellungen und Diskussionen. Wenn die \u201ekleinen Wehwehchen\u201c beseitigt sind, soll es richtig losgehen. Mit Leidenschaft, damit der inspirierende Geist des Dichters Jules Verne in der Luft bleibt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die breite Bank im offenen Fenster ist der Lieblingsplatz von Eileen und Anne (rechts) im \u201eJules Verne\u201c. <\/strong>Foto: Oliver Dietze<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/mainzerstrasse.saarland\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Jules-Verne_SZ_SZ_040716_Oliver-Dietze.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-596 size-medium\" src=\"http:\/\/mainzerstrasse.saarland\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Jules-Verne_SZ_SZ_040716_Oliver-Dietze-300x159.jpg\" alt=\"Jules-Verne_SZ_SZ_040716_Oliver Dietze\" width=\"300\" height=\"159\" srcset=\"https:\/\/mainzerstrasse.saarland\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Jules-Verne_SZ_SZ_040716_Oliver-Dietze-300x159.jpg 300w, https:\/\/mainzerstrasse.saarland\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Jules-Verne_SZ_SZ_040716_Oliver-Dietze.jpg 567w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neue SZ-Serie \u201eDa muss man hin\u201c: Ein Besuch in der Saarbr\u00fccker Bar \u201eJules Verne\u201c Von SZ-Redaktionsmitglied Patricia Heine, Sarbr\u00fccker Zeitung 04. 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