{"id":67,"date":"2016-02-22T08:00:26","date_gmt":"2016-02-22T08:00:26","guid":{"rendered":"http:\/\/mainzerstrasse.saarland\/wordpress\/2016\/02\/22\/aezich-kann-mehr-als-nur-kochenaeoe-zwei-sterne-machen-weder-reich-noch-glacklich-jens-jakob\/"},"modified":"2016-02-22T08:00:26","modified_gmt":"2016-02-22T08:00:26","slug":"aezich-kann-mehr-als-nur-kochenaeoe-zwei-sterne-machen-weder-reich-noch-glacklich-jens-jakob","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mainzerstrasse.saarland\/wordpress\/2016\/02\/22\/aezich-kann-mehr-als-nur-kochenaeoe-zwei-sterne-machen-weder-reich-noch-glacklich-jens-jakob\/","title":{"rendered":"\u201eIch kann mehr als nur kochen\u201c Zwei Sterne machen weder reich noch gl\u00fccklich: Jens Jakob"},"content":{"rendered":"<div class=\"field field-name-field-artikel-vom- field-type-datetime field-label-above\">\n<div class=\"field-label\">Artikel vom:&nbsp;<\/div>\n<div class=\"field-items\">\n<div class=\"field-item even\"><span class=\"date-display-single\" property=\"dc:date\" datatype=\"xsd:dateTime\" content=\"2016-02-22T00:00:00+01:00\">Montag, 22. Februar 2016<\/span><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden\">\n<div class=\"field-items\">\n<div class=\"field-item even\" property=\"content:encoded\">\n<p><strong>\u201eIch kann mehr als nur kochen\u201c<\/strong><\/p>\n<p><strong>Zwei Sterne machen weder reich noch gl\u00fccklich: Jens Jakob, Teil drei der SZ-Serie<\/strong><\/p>\n<p>Saarbr\u00fccker Zeitung vom 22. Februar 2016. Von SZ-Redakteurin Cathrin Elss-Seringhaus<\/p>\n<p><strong>Er ist der Businessmann unter den Sternek\u00f6chen: Jens Jakob hat Saarbr\u00fccker Szenelokale aufgebaut und sich im \u201eLe Noir\u201c zwei Sterne erkocht. Der 43-J\u00e4hrige hat mehrfach Saar-K\u00fcchengeschichte geschrieben. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Saarbr\u00fccken.<\/strong> Wer mit ihm spricht, wei\u00df hinterher viel \u00fcbers \u201eBusiness\u201c. Etwa, warum die Sternek\u00fcche seiner Meinung nach \u00fcberall in der Krise stecke \u2013 weil sch\u00e4rfere Bestechlichkeitsregelungen Luxus-Gesch\u00e4ftsessen selbst f\u00fcr Unternehmens-Vorst\u00e4nde heikel machen. Und dass der Trend selbst in der Luxusk\u00fcche \u201eCasual\u201c hei\u00dft: Der Gast, so Jens Jakob (43), wolle sich weder einen Schlips umbinden noch vier Stunden bei Barockkl\u00e4ngen H\u00e4ppchen an sich vorbeiziehen lassen. Jakob sagt: \u201eIch kann mehr und noch andere Sachen als nur kochen. Ich wollte immer auch Gesch\u00e4ftsmann sein.\u201c Der geb\u00fcrtige Saarbr\u00fccker f\u00e4hrt nun mal gern vielgleisig. Auch jetzt im Saarbr\u00fccker Hotel Domicil Leidinger legt er in seinem Sternerestaurant nicht nur Kaviark\u00fcgelchen-Muster, er betreibt dort die gesamte Gastronomie: Panetterie mit Bar und Lounge sowie das legere Restaurant \u201es&#8217;Olivio\u201c.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Max-Oph\u00fcls-Festivals tanzt dort der B\u00e4r durch alle G\u00e4nge. Hoher Ger\u00e4uschpegel, Musik, Gel\u00e4chter, verschiedene Nationalit\u00e4ten, Generationen und Modestile: \u201eGenau das ist Gastronomie\u201c, sagt Jakob. Die Sternek\u00fcche sei nur eine Facette. Action und Abwechslung, die liebt der Sportfanatiker (Golfen, Surfen, Tennis). Achterbahn-Feeling inklusive. Daraus, dass er wirtschaftliche Probleme kennt, macht Jakob keinen Hehl.<\/p>\n<p>Er spricht mit High-Speed und Temperament, redet nicht um den hei\u00dfen K\u00fcchenbrei. Ein vitaler, aufgekratzter Typ, der sich als hyperaktives Kind schildert: \u201eIch war immer schon die Unruhe selbst.\u201c Beste Voraussetzungen f\u00fcr den Job als Koch, denn: \u201eZehn Dinge gleichzeitig im Auge behalten, das lernen K\u00f6che.\u201c Er selbst machte erst mit \u00fcber 30 seine Meisterpr\u00fcfung, da war er schon fest angestellt bei Klaus Erfort. Zum Kochen war er eher zuf\u00e4llig gekommen. Seine erste Freundin, erz\u00e4hlt Jakob, war die Tochter eines Vollblut-Gastronomen, des legend\u00e4ren \u201eHummerherbert\u201c. Und auf die Gesamtschule Rastbachtal hatte Jakob keine Lust mehr. Nach Stationen in Topl\u00e4den wie der Hostellerie Bacher oder dem Saarbr\u00fccker \u201eL\u00e9g\u00e8re\u201c verabschiedete sich Jakob in die Kneipenszene. Jahrelang managte er die Cocktailbar im Saarbr\u00fccker Club \u201eNumber one\u201c, baute am St. Johanner Markt Szene-Lokale wie das \u201eSankt J\u201c auf, wechselte sp\u00e4ter ins alternative Nauwieser Viertel (Mono, Karateklub Meier, Nauwies). Ein Enfant terrible in der Gourmetwelt?<\/p>\n<p>Jakob hat gleich mehrfach Saar-K\u00fcchengeschichte geschrieben. 2013, als er sich mit seinem ziemlich winzigen, \u201eLe Noir\u201c in der Saarbr\u00fccker Mainzer Stra\u00dfe den zweiten Michelin-Stern erkochte und damit im Ranking auf Platz drei direkt nach den Giganten Christian Bau und Klaus Erfort landete. Als Jakob die Sterne 2014 verlor, weil Sterne nicht an den Koch, sondern an den Ort gebunden sind und Jakob ins Saarbr\u00fccker Hotel Domicil Leidinger umziehen wollte, erregte dieser riskante Schritt Aufsehen. Noch mehr, als Jakob wenige Monate sp\u00e4ter seine Sterne wieder zur\u00fcckhatte, um dann 2015 das \u201eLe Noir Gourmet\u201c einfach zuzusperren. Jakob gab die Sterne zur\u00fcck, machte Schluss mit der Luxusk\u00fcche, um ein neues, das heutige Konzept f\u00fcr \u201eJens Jakob. Das Restaurant\u201c zu installieren. Und auch daf\u00fcr gab&#8217;s wieder einen Stern. \u201eIch wei\u00df nun mal, wo der Gaul lang l\u00e4uft\u201c, sagt Jakob. \u201eIch steuere das. Ich k\u00f6nnte sofort wieder den zweiten Stern erkochen.\u201c Doch das w\u00fcrde bedeuten, nochmal 30 Angestellte bezahlen zu m\u00fcssen: \u201eDas hat mich erdr\u00fcckt. Ich musste neue Wege gehen.\u201c<\/p>\n<p>Und wie schafft man den Sprung in den kulinarischen Sternenhimmel? \u201eViel Butter, alles durch ein sehr feines Sieb jagen und mehr sch\u00e4umen.\u201c Wenn&#8217;s so einfach w\u00e4re. F\u00fcr Jakob haben die Hitlisten der Feinschmecker-Communities an Bedeutung verloren: \u201eWenn man sonst keine Probleme hat . . .\u201c, kommentiert er. Seine Berufs- und Lebenseinstellung habe eine biografische Krise ver\u00e4ndert. Im Herbst 2014 wurde Jakobs Mutter schwer krank, seine Partnerschaft war kaputt. Pl\u00f6tzlich war Jakob drei Mal die Woche alleinerziehender Vater. Er zog in eine Zweier-M\u00e4nner-WG mit seinem K\u00fcchenchef Peter Wirbel, Sonntag und Montag geh\u00f6ren niemand anderem als Sohn Jan-Alexander (4) \u2013 Businessverbot. Zwischenzeitlich gibt es auch wieder eine Frau an seiner Seite. Er habe zu sich gefunden, meint Jakob.<\/p>\n<p>Was f\u00fcr einen wie ihn nicht bedeutet, stehen zu bleiben. Er saust gedanklich um die Problemfelder seiner Branche: \u201eWo isst der Gast, der nicht mehr so h\u00e4ufig kommt?\u201c, fragt Jakob. \u201eZu Hause!\u201c Man sieht, wie es hinter seiner Stirn arbeitet.<\/p>\n<p><em>Die SZ stellt jeden Montag vom Guide Michelin ausgezeichnete K\u00f6che der Region vor.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"field field-name-field-image field-type-image field-label-hidden\">\n<div class=\"field-items\">\n<div class=\"field-item even\"><a href=\"http:\/\/mainzerstrasse.saarland\/sites\/default\/files\/22-02-2016%20Jens%20Jakob.JPG\" rel=\"lightbox[field_image][&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http:\/\/mainzerstrasse.saarland\/sites\/default\/files\/22-02-2016%20Jens%20Jakob.JPG&quot;&gt;Download Original&lt;\/a&gt;&lt;\/p&gt;]\" title=\"\"><img decoding=\"async\" class=\"adaptive-image\" typeof=\"foaf:Image\" src=\"http:\/\/mainzerstrasse.saarland\/sites\/default\/files\/styles\/350x350\/adaptive-image\/public\/22-02-2016%20Jens%20Jakob.JPG?itok=p6nVydEc\" alt=\"\" \/><\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Artikel vom:&nbsp; Montag, 22. 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