{"id":758,"date":"2016-07-28T08:46:37","date_gmt":"2016-07-28T06:46:37","guid":{"rendered":"http:\/\/mainzerstrasse.saarland\/wordpress\/?p=758"},"modified":"2016-07-28T08:46:37","modified_gmt":"2016-07-28T06:46:37","slug":"filmhaus-in-der-krise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mainzerstrasse.saarland\/wordpress\/2016\/07\/28\/filmhaus-in-der-krise\/","title":{"rendered":"Filmhaus in der Krise?"},"content":{"rendered":"<h4>Neue Diskussionen um Saarbr\u00fcckens st\u00e4dtisches Kino<\/h4>\n<p>Von Silvia Buss, Saarbr\u00fccker Zeitung 27. Juli 2016<\/p>\n<p><strong>\u201eSorge um die Zukunft des Saarbr\u00fccker Filmhauses\u201c hei\u00dft es immer mal wieder, zuletzt am Montag im Saarbr\u00fccker Stadtrat. Dem kommunalen Kino in der Mainzer Stra\u00dfe ging es schon besser: Der Umbau zur Barrierefreiheit stockt, die Besucherzahlen sinken. Was tun? <\/strong><\/p>\n<p><strong>Saarbr\u00fccken <\/strong>Die Sache entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Jahrelang forderte die CDU-Fraktion im Saarbr\u00fccker Stadtrat, das Filmhaus zu schlie\u00dfen, weil es als Einrichtung f\u00fcr die Landeshauptstadt zu hohe Kosten verursache. K\u00fcrzlich schlug sie aus dem gegenteiligen Grund Alarm: Sie warf der rot-rot-gr\u00fcnen Koalition vor, bisher nicht genug investiert zu haben, um das Filmhaus barrierefrei umzubauen. Am Montag meldete sich auch die FDP im Stadtrat zu Wort, warf der Stadtverwaltung \u201eNichthandeln\u201c vor und \u00e4u\u00dferte \u201eSorge \u00fcber die Zukunft des Filmhauses\u201c.<\/p>\n<p>In der Tat hatte die Verwaltung bereits im November 2014 ein Konzept vorgelegt, wonach die kommunale Filmst\u00e4tte in zwei Bauabschnitten barrierefrei werden sollte. Sie hatte damit auf Proteste von Behindertenverb\u00e4nden reagiert, die nicht l\u00e4nger hinnehmen wollten, dass diese Kultur-Einrichtung der \u00f6ffentlichen Hand f\u00fcr sie nicht zug\u00e4nglich ist, und sich dabei auf die UN-Behindertenrechtskonvention berufen. Die Finanzierung der auf insgesamt rund 130 000 Euro veranschlagten Ma\u00dfnahmen erkl\u00e4rte der damalige Kulturdezernent Erik Schrader (FDP) f\u00fcr gesichert, auch dank F\u00f6rdergelder der deutschen Filmf\u00f6rderungsanstalt (FFA).<\/p>\n<p>Aber selbst die f\u00fcr 2015 geplanten Ma\u00dfnahmen wurden bisher nur zum Teil umgesetzt. So wurde das Filmhaus lediglich mit den technischen Installationen f\u00fcr Seh- und H\u00f6rbehinderte aufger\u00fcstet. Mobilit\u00e4tseingeschr\u00e4nkte Besucher bleiben jedoch weiterhin au\u00dfen vor. Denn alle vorgesehen Bauma\u00dfnahmen, darunter als wichtigste ein behindertengerechtes WC und ein Au\u00dfenaufzug, stehen noch aus. Der Toilettenumbau sei im Sommer 2015 an der fehlenden Zustimmung des damaligen Geb\u00e4udeeigent\u00fcmers gescheitert, erkl\u00e4rt Kulturdezernent Thomas Br\u00fcck (Gr\u00fcne) dazu auf Anfrage der SZ. Der Eigent\u00fcmer, GEKOBA-Saarland Bautr\u00e4ger, habe eine \u00c4nderung des Mietvertrags zur Bedingung f\u00fcr die Zustimmung gemacht, was eine Mieterh\u00f6hung bedeutet h\u00e4tte, sagt Br\u00fcck. Im Juni wechselte das Geb\u00e4ude in private H\u00e4nde. \u201eMit dem neuen Vermieter habe ich bereits erste Gespr\u00e4che gef\u00fchrt\u201c, erkl\u00e4rt der Kulturdezernent und weist den Vorwurf der Unt\u00e4tigkeit zur\u00fcck. Diese wirft er vielmehr seinem Vorg\u00e4nger Schrader vor.<\/p>\n<p>Denn der sei die wichtigste Aufgabe nicht angegangen und habe sie nun ihm \u00fcberlassen: ein Gesamtkonzept zu entwickeln, um das kommunale Filmangebot f\u00fcr die Zukunft auf finanziell solide F\u00fc\u00dfe zu stellen. Die Stadt m\u00fcsse weiterhin dem anspruchsvollen Kino fernab des Mainstreams eine B\u00fchne bieten, das m\u00fcsse aber auch in Zeiten der Haushaltsnotlage wirtschaftlich tragbar sein.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Filmhaus zahlt die Stadt derzeit insgesamt 93 000 Euro j\u00e4hrlich an Miete. Die Gesamtkosten, Personal inklusive, belaufen sich nach SZ-Informationen auf 336 000 Euro. Bevor man weitere Investitionen t\u00e4tige, m\u00fcsse man zun\u00e4chst die Einnahme-Seite verbessern, sagt Br\u00fcck und verweist auf die seit Jahren r\u00fcckl\u00e4ufigen Besucherzahlen. \u201eWir hatten im zur\u00fcckliegenden Jahr gerade noch 17 826 Zuschauer im Filmhaus, im Jahr 2008, nur zum Vergleich, waren es noch rund 31 000\u201c. Er habe daher Filmamts-Leiter Michael Jurich beauftragt, bis zum Ende dieser Sommerferien ein inhaltliches Konzept aufzustellen, wie sich die Besucherzahlen des Kinos steigern und das Filmhaus wieder st\u00e4rker ins \u00f6ffentliche Bewusstsein r\u00fccken lassen k\u00f6nne. Indirekt hei\u00dft das wohl auch: Jurichs Engagement in Sachen Werbung f\u00fcrs Filmhaus und dessen Programm l\u00e4sst zu w\u00fcnschen \u00fcbrig.<\/p>\n<p>Im Herbst will Br\u00fcck ein Gesamtkonzept f\u00fcr die Sicherung des kommunalen Filmangebots vorlegen und auch die Barrierefreiheit beleuchten. Vor dem Hintergrund des vielf\u00e4ltigen Arthouse-Angebots in Saarbr\u00fccken m\u00fcsse man dabei sicherlich auch \u00fcber Kooperationen mit der Camera Zwo und dem Kino Achteinhalb sprechen, betont Br\u00fcck. Ob auch die Aufgabe des Filmhauses als Geb\u00e4ude in Frage kommt? Dazu will sich Br\u00fcck noch nicht \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Meinung: <\/strong><\/p>\n<h2><strong><em>Neue Ideen f\u00fcrs Filmhaus?<\/em><\/strong><\/h2>\n<p>Von SZ-Redakteur Tobias Kessler<\/p>\n<p>Gerungen wird ums Filmhaus ja regelm\u00e4\u00dfig. Aber diesmal scheint der Karren besonders tief im Dreck zu stecken. Der Umbau zur Barrierefreiheit stockt, was f\u00fcr eine \u00f6ffentliche Einrichtung besonders blamabel ist. Besorgniserregend sind auch die r\u00fcckl\u00e4ufigen Besucherzahlen. Nun hat ein kommunales Kino nicht die Aufgabe, im Arthouse-Bereich m\u00f6glichst kommerzielle Filme zu spielen (was die private Camera Zwo mit Erfolg tut); es soll anspruchsvolles Kino bieten, das eben eher aus der Nische denn aus der Breite kommt. Dennoch sind sinkende Zahlen ein Alarmsignal (und Munition f\u00fcr Filmhausgegner). Ist das Programm zu ambitioniert? Oder bewirbt das Haus sein reizvolles Angebot zu wenig?<\/p>\n<p>Das Geb\u00e4ude aufzugeben und etwa in einem Saal mit der Camera Zwo zu kooperieren, wie oft spekuliert wird, w\u00e4re nur ein Filmhaus-Ende auf Raten. Jetzt sind Dezernent Thomas Br\u00fcck und Filmhaus-Leiter Michael Jurich mit Ideen und Konzepten gefordert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neue Diskussionen um Saarbr\u00fcckens st\u00e4dtisches Kino Von Silvia Buss, Saarbr\u00fccker Zeitung 27. Juli 2016 \u201eSorge um die Zukunft des Saarbr\u00fccker Filmhauses\u201c hei\u00dft es immer mal wieder, zuletzt am Montag im Saarbr\u00fccker Stadtrat. 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